Reisen Nepal

Chitwan

Der Chitwan-Nationalpark liegt im Terai, dem flachen Süden Nepals, rund 150 Kilometer südwestlich von Kathmandu und nur etwa 150 Meter über dem Meer. Rund 950 Quadratkilometer Sal-Wald, Grasland und Flussufer an Rapti und Narayani. Seit 1984 gehört der Park zum UNESCO-Weltnaturerbe. Hier beobachtest du Panzernashörner vom Jeep aus, Gaviale am Ufer und mit viel Glück einen Tiger. Für die meisten unserer Gäste ist Chitwan der warme, grüne Gegenpol zu einem Trek im Hochgebirge.

Was macht Chitwan anders als den Rest Nepals?

Das Terai ist ein schmaler, fruchtbarer Streifen zwischen den ersten Hügeln des Himalaya und der indischen Grenze. Heiß, feucht, das ganze Jahr frostfrei. Wer aus Namche oder Manang kommt, steigt hier in eine andere Welt. Reisfelder statt Geröll, Bananenstauden statt Rhododendron, Mücken statt Minusgraden.

Ausgangspunkt ist fast immer Sauraha, ein Dorf am Ostrand des Parks direkt an der Rapti. Dort stehen die Lodges, die Büros der Naturführer und die Restaurants mit Blick auf den Fluss, ähnlich wie Lakeside in Pokhara.

Welche Tiere siehst du im Chitwan-Nationalpark?

Die meisten kommen wegen des Panzernashorns. In den 1960er-Jahren war es in Nepal fast verschwunden. Seit der Gründung des Parks 1973 und dem Schutz durch die nepalesische Armee hat sich der Bestand deutlich erholt, und Chitwan gehört heute zu den wichtigsten Rückzugsgebieten der Art. Auf einer Safari sind die Chancen gut.

Auch Bengal-Tiger leben im Park, gesichtet werden sie aber selten. Sie sind scheu und jagen im hohen Gras. Dazu kommen Axishirsche, Sambarhirsche und Lippenbären, in den Flüssen leben Gaviale und Sumpfkrokodile, und über 500 Vogelarten sind im Park registriert, vom Eisvogel bis zum Nashornvogel.

Wann du kommst, verändert, was du siehst. Im Januar und Februar wird das hohe Elefantengras im Park gemäht, und danach ist die Sicht auf Nashörner und Hirsche deutlich besser.

Safari in Chitwan: welche Art passt zu dir?

AktivitätWas du erlebstFür wen
Jeep-SafariGroße Strecken im Park, die besten Chancen auf Nashorn und HirscheAlle, auch Familien
DschungelwanderungZu Fuß mit lizenzierten Naturführern, Spuren lesen, Vögel, StilleTrittsichere Erwachsene
Kanufahrt auf der RaptiIm Einbaum flussabwärts, Gaviale, Krokodile und Wasservögel am UferAlle
VogelbeobachtungFrüh am Morgen an Flussufern und SeenNaturfotografen, Vogelfreunde
Tharu-Dorf und TanzabendLehmhäuser, Landwirtschaft und der Stocktanz der TharuAlle

Zu Fuß darfst du den Park nur mit lizenziertem Guide betreten. Im hohen Gras sind Nashörner und gelegentlich Tiger unterwegs, und eine Begegnung aus nächster Nähe ist gefährlich. Mit kleinen Kindern bleibst du deshalb beim Jeep und beim Kanu.

Die Tharu leben seit Jahrhunderten im Terai. Ihre Dörfer mit Lehmhäusern und Reisspeichern sehen ganz anders aus als die Steinhäuser der Sherpa oder Gurung in den Bergen. Viele Lodges in Sauraha bieten einen Dorfbesuch an, abends gibt es Tharu-Tanz.

Wie viele Nächte brauchst du in Chitwan?

Zwei Nächte reichen für das Standardprogramm, und so planen wir es auf allen Rundreisen. Ankunft am Nachmittag, ein Spaziergang am Fluss und der Tharu-Abend. Am nächsten Tag Kanu, Dschungelwanderung und Jeep. Am dritten Morgen geht es weiter. Mit einer dritten Nacht bleibt Zeit für eine zweite Safari tiefer im Park, was die Chancen auf seltene Tiere erhöht. Mehr als drei Nächte lohnen sich vor allem für Vogelbeobachter.

Wann ist die beste Reisezeit für Chitwan?

Von Oktober bis Februar ist das Klima im Terai angenehm, ohne die Schwüle des Frühjahrs. Die Tage sind warm und trocken. Im Dezember und Januar sind die Morgen oft neblig und kühl. Ab März wird es heiß, im Mai und Juni oft schwül, mit Temperaturen deutlich über denen in Kathmandu. Von Juli bis September bringt der Monsun viel Regen, und die Rapti führt Hochwasser.

Für eine Reise, die einen Trek und Chitwan verbindet, ist der Herbst ideal, weil dann auch in den Bergen die beste Zeit ist. Im Frühjahr geht es ebenfalls, wenn du Chitwan früh einplanst, bevor es im Tiefland zu heiß wird, und mehr dazu steht im Ratgeber zur besten Reisezeit für Nepal.

Wie kommst du nach Chitwan?

Mit dem Auto sind es von Kathmandu oder Pokhara 5 bis 6 Stunden, ab Kathmandu lange Zeit am Trishuli-Fluss entlang. Schneller geht ein Inlandsflug nach Bharatpur, von dort ist Sauraha etwa eine halbe Stunde entfernt, und welche Strecken es gibt und wie oft Flüge ausfallen, steht im Ratgeber zu Inlandsflügen in Nepal.

Was packst du für Chitwan ein?

Pack leichte, lange Kleidung in gedeckten Farben wie Grün, Beige oder Braun ein, weil Weiß und Schwarz Tieren eher auffallen und Insekten anziehen. Dazu feste Schuhe für die Wanderung, Mückenschutz für die Abende und ein Fernglas. Von Dezember bis Februar gehört für die frühen Safaris eine warme Jacke ins Gepäck. Malaria ist im Terai ein Thema. Über eine Prophylaxe sprichst du vorher mit deinem Arzt, mehr im Ratgeber Impfungen und Gesundheit für Nepal.

Chitwan oder Bardiya?

Der Bardiya-Nationalpark im Westen Nepals ist abgelegener und viel ruhiger, mit weniger Jeeps im Park, dafür dauert die Anreise deutlich länger. Wer dorthin möchte, findet den Ablauf bei unserer siebentägigen Bardiya-Nationalpark-Safari, und beide Parks mit Tierzählungen und Anreise nebeneinander zeigt der Beitrag Bardiya oder Chitwan?. Für eine erste Nepal-Reise mit Trek ist Chitwan die einfachere Wahl, weil es nah an Kathmandu und Pokhara liegt.

Chitwan auf unseren Reisen

Chitwan ist fester Teil der Rundreise Kathmandu, Pokhara und Chitwan über zehn Tage. In der Nepal-Höhepunkte-Rundreise folgt der Dschungel auf den Poon-Hill-Trek, und die Familienreise verbringt zwei Nächte im Park, mit Kanu und Jeep-Safari. Nach jedem Trek lässt sich Chitwan als Verlängerung anhängen. Sprich uns dazu an.

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